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Die Kunstsammlungen des Stiftes St. Florian

Einblicke in ein einzigartiges kulturelles Erbe

Die Kunstsammlungen des Stiftes St. Florian zählen zu den bedeutendsten klösterlichen Beständen Österreichs. Sie umfassen Werke aus sämtlichen Kunstepochen und spiegeln sowohl liturgische Praxis als auch das Sammlungsinteresse kunstsinniger Pröpste und Chorherren wider.

Skulpturen und Glasmalerei
Die Skulpturensammlung beinhaltet bedeutende Werke der Gotik, darunter zwei monumentale Darstellungen des hl. Florian aus dem 14. Jahrhundert. Die Glasgemäldesammlung umfasst 42 spätgotische Stücke, darunter hochrangige Stifterscheiben aus der Kartause Gaming und ein seltenes Marienbild aus dem 13. Jahrhundert – vermutlich das einzige erhaltene Kunstwerk aus der gotischen Stiftskirche.

Gotische Galerie
Ein Höhepunkt ist der monumentale Sebastiansaltar von Albrecht Altdorfer (vollendet 1518), der als sakrales Hauptwerk des bedeutenden Donauschul-Malers gilt. Insgesamt umfasst die Gotiksammlung rund 100 Tafelbilder des 15. und 16. Jahrhunderts, ergänzt durch Werke von Lukas Cranach und Wolf Huber.

Barockgalerie
In den barocken Galerieräumen des Stiftes hängen dicht gereiht Werke österreichischer, italienischer, flämischer und holländischer Meister. Neben Altomonte und Schmidt finden sich Gemälde von Pieter Brueghel d. J., Joos van Craesbeeck oder Canaletto – ein lebendiges Panorama barocker Kunst Europas.

Grafiksammlung
Mit rund 10.000 Blättern zählt die Grafiksammlung zu den umfangreichsten Österreichs. Sie reicht von altdeutschen Holzschnitten bis hin zu Reproduktionsgrafiken und Porträts. Der Bestand wurde im 19. Jahrhundert systematisch geordnet und ist bis heute wissenschaftlich bedeutend.

Zeitgenössische Kunst – Hans Fronius
Eine eigene Sammlung ist dem österreichischen Künstler Hans Fronius (1903–1988) gewidmet. Seine existentiell geprägten Bildwelten setzen sich intensiv mit biblischen Themen auseinander. Durch eine Schenkung seiner Witwe gelangten zahlreiche Ölbilder und Grafiken in den Besitz des Stiftes. Die Werke sind auf Anfrage im Rahmen einer Führung zugänglich.

Schenkung Ponnelle
Im Sommer 2025 erhielt das Stift eine besonders wertvolle Schenkung aus dem Familienbesitz Ponnelle: den schwarz-weißen Entwurf (Kohle auf Pergamentpapier) zu einem Triptychon in Originalgröße (265 × 657 cm) von Jean-Pierre Ponnelle (1932–1988). Ponnelle ist international als Bühnenbildner sowie Theater-, Opern- und Opernfilmregisseur bekannt; der Entwurf steht im Zusammenhang mit einem Auftrag für eine Militärkirche. Das ausgeführte Triptychon befindet sich heute im Eigentum des französischen Staates und hängt in einer Militärkapelle in Évreux (Normandie).

Das Werk traf am 22. Juli 2025 im Stift ein und ist seither im Bereich des Seminarzentrums ausgestellt. Ein besonderer Dank gilt Pierre-Dominique Ponnelle für diese großzügige Schenkung – ein aufrichtiges Vergelt’s Gott für diesen Beitrag zur Bewahrung und Weitergabe kulturellen Erbes.

Die Kunstsammlungen des Stiftes verbinden Spiritualität, Kunstgeschichte und kulturelles Gedächtnis – und laden zur stillen Betrachtung ebenso ein wie zur fachlichen Vertiefung.

Anfragen senden Sie bitte an Kustos Mag. Harald R. Ehrl.

Chorherrenstift Kustos @Himmelbauer Stift St Florian Adlerbrunnen Farbe ©Andreas Etlinger

„„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.““

Grafische Sammlung

Stiftstraße 1
Lageplan
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