News aus dem Stift

Hier finden Sie alle Neuigkeiten aus dem Stift St. Florian!

Am Samstag, 17. Juli 2021 ist Konsistorialrat Franz Lang, Augustiner-Chorherr des Stiftes St. Florian, langjähriger Pfarrer in Asten, Ehrenringträger der Marktgemeinde Asten, 100. Lebensjahr verstorben.

In der Pfarre Asten wird er am Donnerstag, 22. Juli 2021 in der Neuen Kirche von 9:00 bis 18:00 Uhr zum persönlichen Abschied aufgebahrt werden. Um 19:00 Uhr wird für ihn ein Gottesdienst gefeiert.

Am Freitag, 23. Juli 2021 werden wir ihn im Stift um 9:45 Uhr beim Einsertor empfangen und dann zum Requiem in die Basilika geleiten. Anschließend erfolgt die Beisetzung am Priesterfriedhof des Stiftes.
In seinem Sinne bitten wir von Kranzspenden abzusehen und dafür die Turmsanierung der alten Pfarrkirche in Asten zu unterstützen.

Die Parte finden Sie hier.

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Am Donnerstag, 15. Juli 2021 ist Georg Atzlesberger, Augustiner-Chorherr des Stiftes St. Florian, langjähriger Wirtschaftsdirektor des Stiftes, Träger des goldenen Verdienstzeichens des Landes Oberösterreich und der Wirtschaftsmedaille der Wirtschaftskammer Oberösterreich in Silber, Gildemeister des Philatelistenvereins St. Gabriel, Feuerwehrkurat der FF Nettingsdorf, verstorben.

Am Mittwoch, 21. Juli 2021 beginnt die Beisetzungsfeier um 13.30 Uhr mit dem Rosenkranz in der Basilika. Dann wird der Sarg vom Stiftshof in die Basilika geleitet, wo das hl. Requiem zelebriert wird. Anschließend erfolgt die Beisetzung am Priesterfriedhof des Stiftes.

Die Parte finden Sie hier.

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Hörerlebnis Brucknerorgel
Am 21. Juli 2021 und von 1. bis 4. August 2021 findet kein "Hörerlebnis Brucknerorgel" statt.

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Stiftszeitung

Die aktuelle Stiftszeitung FLORinside steht unter dem Motto "'Zuversicht" und kann hier heruntergeladen werden.

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Das Stift St. Florian trauert um Prälat Wilhelm Neuwirth

Kommerzialrat Prälat Wilhelm Neuwirth, emeritierter Propst des Augustiner Chorherrenstiftes Sankt Florian und emeritierter Generalabt, ist am Samstag, 13. Februar 2021, im 80. Lebensjahr im Ordensklinikum Linz Elisabethinen verstorben. Das Requiem vom Samstag, 20. Februar 2021 können Sie unter folgendem Link nachsehen: https://youtu.be/NyyzwblqfHc
Die Ansprache von Propst Johann Holzinger können Sie hier nachlesen.

Wilhelm Neuwirth wurde am 12. März 1941 in Linz geboren, Enns jedoch war seine Heimat. Die historische Stätte des Martyriums des heiligen Florians hat ihn geprägt. Nach abgelegter Matura in Wilhering trat er im Jahr 1960 im Stift St. Florian zusammen mit 6 Kandidaten ein. Das Theologiestudium absolvierte er in Salzburg und in der Hauslehranstalt des Stiftes. Am Festtag des Heiligen Florian, am 4. Mai 1966 wurde er zum Priester geweiht. Nach Kaplansposten in Ried i.d. Riedmark und Vöcklabruck wurde er 1972 Pfarrvikar in Linz-Kleinmünchen.

 Nach dem unerwarteten Tod von Propst Dr. Johannes Zauner wurde er von den Mitbrüdern im Jahr 1977 im Alter von 36 Jahren zum 56. Propst des Stiftes St. Florian gewählt. Von 1982 bis 1992 übernahm er den Vorsitz der Konferenz der Männerorden in der Diözese Linz. In diözesanen Diensten hat er mit anderen den Arbeitskreis „Christ und Wirtschaft“ aufgebaut und dort 20 Jahre mitgearbeitet, auch andere Aufgaben in der Diözese Linz begleiteten ihn ein Leben lang. Von der Augustiner Chorherrenkongregation Österreich wurde er 1987 zum Generalabt gewählt und hat diesen Dienst bis 2002 ausgeübt.

Stift Sankt Florian war Neuwirth immer Auftrag und Freude

Neben den vielen pastoralen und wirtschaftlichen Aufgaben war ihm das Stift mit seiner spirituellen, kulturellen, wirtschaftlichen und überregionalen Bedeutung immer Auftrag und Freude. In den 90er Jahren wurde die Stiftskirche und die große Bruckner-Orgel restauriert, das Sängerknabeninstitut saniert und auf neue Beine gestellt, das ehem. Stiftsspital an die Lebenshilfe übergeben und die Stiftskirche 1999 zur Basilika erhoben. In seine Zeit als Propst fallen auch die großen Landesausstellungen „Welt des Barock“ 1986 und „Vom Ruf zum Nachruf. Anton Bruckner“ 1996.

Zusätzlich zu seinen tagtäglichen Aufgaben und Anforderungen als Propst von St. Florian und als Generalabt versah er immer auch seelsorgliche Dienste in den Florianer Stiftspfarren, u.a. auch als Pfarrprovisor in Hargelsberg.

2005 resignierte er als Propst und war seit dieser Zeit als Seelsorger in der Pfarre Ansfelden tätig. In diese Zeit fällt auch die außerordentliche Sanierung des großen Pfarrhofes dieser Pfarre.

Prälat Neuwirth war Träger des Verdienstzeichens und der Kulturmedaille des Landes Oberösterreich und Ehrenbürger von Sankt Florian bei Linz.

In den letzten Wochen nahm seine Erkrankung sehr rasch ernste Züge an. Nach anfänglicher Hoffnung war der Abschied für alle sehr plötzlich und überraschend.

Am Freitag, 19. Februar 2021 wird der Verstorbene von 10 bis 18 Uhr in der Basilika aufgebahrt, dort besteht die Möglichkeit, persönlich von ihm Abschied zu nehmen.

Das Begräbnis findet am Samstag, 20. Februar 2021 in der Basilika des Stiftes statt. Den Corona-Bestimmungen folgend bitten die Angehörigen und der Konvent des Stiftes von einer Teilnahme abzusehen. Anschließend erfolgt die Beisetzung am Priesterfriedhof des Stiftes.

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Predigt vom 8. Dezember 2020 von Generalabt Johann Holzinger

Gottes Plan: Leben – fürchte dich nicht!

Vielleicht haben Sie das auch schon einmal ratlos gesagt: ich habe keinen Plan! Ich kenne mich nicht mehr aus. Mir ist ein lieber Mensch abhandengekommen. Ich weiß nicht, wie, nicht wohin; ich halte mich nicht aus. Ich sehe nicht weiter. Das Leben hat mir meinen Plan zerschlagen.

Es ging schon Adam und Eva so. Gott fand die beiden ganz toll. So müsste es sein! Gott gab ihnen alles, was sie brauchten, sie beide einander. Adam sagte: Ja, endlich, genauso! Rundum von einem Paradiesgarten umgeben. Aber dann war es gleich nicht genug. Es muss mehr geben, als das, was Gott gibt. Die Schlange kommt dazu und verlockt sie. Die Schlange - im hebräischen Text männlich - ist in Ägypten Symbol für Glück und Segen im Leben. Hier verstanden als die Versuchung, alles sich selbst zu beschaffen und sich nichts von Gott schenken zu lassen. Da sind sie schon weg von Gott und nur bei sich selber. Unterstellungen und Misstrauen kommen dazu. Siehe da, auf einmal ist der Blick nicht mehr auf die Fülle gerichtet, die den Menschen gegönnt ist, sondern auf das, was sie nicht dürfen. Da wird der überreich beschenkende Gott zu einem, der durch das eigene Wirken ersetzt werden soll. Und von da an verkehrt sich alles: statt weise zu werden und alles zu erkennen, spüren sie sich nackt. Sie machen sich etwas vor; statt wie Gott dazustehen, können sie nicht einmal zu sich selbst stehen, sondern sagen: der andere war es. Alles, was gut war in Beziehungen, verkehrt sich: zwischen Tier und Mensch Feindschaft; zwischen den Menschen Herrschaft, Macht und Mühsal; im Hinblick auf die Erde Schweiß und Mühsal; Gott wird zum Gegner, der Garten ist zu, die Menschen Vertriebene und Getriebene.

Wo der Mensch Gott werden will, geht er aufeinander los. Davor waren auch Christen nicht sicher. Es waren die christlichen Herrscherhäuser in Europa, die im Ersten Weltkrieg zur gegenseitigen Vernichtung ins Feld gezogen sind. Ohne Gott wurden die Gräuel grenzenlos unsinnig, in der Französischen Revolution, zwischen 1933 und 1945, oder in Russland.

Jetzt haben wir das Virus, unglaublich viel Plastik im Meer, die Erde kommt ins Schwitzen, immer mehr Regierende lassen sich absegnen, dass nicht das Recht ganz oben ist, sondern politische Willkür und sie nur auf sich selbst schauen müssen.

Alles das, wo Menschen Unsinn machen, unter dem andere leiden, und der sich wie ein Virus ausbreitet, nennen wir Erbsünde. Das ist dieser befremdliche Ausdruck. Nicht die einzelne Tat, die Sünde ist. Aber was Bosheit, Oberflächlichkeit, Ignoranz anrichten, wozu der Mensch fähig ist, wenn er sich nicht unter die Ordnung Gottes stellt!

Das war nicht der Plan Gottes. Darum hat er sich immer wieder einen neuen ausgedacht. Nachdem sie immer wieder meinten, es selber besser zu können und gescheitert sind, hat Gott liebend an Maria gedacht. Heute ist der Tag, wo sie entstanden ist. Wir feiern ihre Zeugung. Gott wollte frisch, ganz von vorn beginnen, ohne das alles, was ungut werden könnte. Gott wusste, er musste sie herausnehmen aus dem ganzen Geflecht des Bösen und ihr einfach nur alles Gute mitgeben, so wie Adam und Eva am Anfang. In ihr hat er unwiderruflich sein JA zum Menschen gesagt.

So wurde sie eines 08. Septembers geboren, wie wir glauben. Sie wuchs heran bei ihren Eltern Joachim und Anna. Gott ging bei ihr sehr früh daran, seinen Plan fortzusetzen. Damit er nicht mit der Tür uns Haus fällt, schickt er den Erzengel Gabriel. Aber der löst noch genug Schrecken aus. Auch deshalb, damit wir heute sehen, wie Gott seinen Plan wahr macht: „Fürchte dich nicht!“

Maria wird gern als die demütig unterwürfige Magd dargestellt. Das ist den Männern immer noch sehr recht. Aber schauen wir auf ihre Reaktion: sie nimmt nicht einfach hin. Sie fragt nach, sie möchte verstehen, sie lässt nicht passiv mit sich etwas machen. Sie denkt selbständig.

Das Evangelium, das ja gar nicht vom heutigen Fest erzählt, das mit ihrem Anfang in ihrer Mutter Anna zu tun hat, das Evangelium berichtet von der Fortsetzung, wie Jesus entsteht. Und das ist so gestaltet wie die Berufungen der Propheten. Gott fährt nicht über sie drüber. Sie weiß, jetzt ist ihre Stunde, in der sie gefragt und gemeint ist. Ganz bewusst, nicht in einen Nebel hinein, gibt sie ihre Zustimmung. Sie will sich kraftvoll in den Dienst Gottes und seiner Sache stellen, wie die Propheten. Darum fühlen sich Frauen verstanden, immer schon und heute auch noch, mit denen Gott verschlungene Wege geht. Sie ist ihnen Vorbild an Stärke, Mut und Gottvertrauen.

Gott zeigt es uns an einer Frau, dass er nicht ansteht, wo menschlich nichts mehr geht. Das ist die Wende, glaubt es! Gott schaut nicht zu. Er greift rettend ein.

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Predigt vom 6. Dezember 2020 von Generalabt Johann Holzinger

Karikatur

Markus, der Evangelist hatte offenbar einen guten Riecher dafür, dass sein Evangelium „ankommen“, gelesen, gehört, verstanden werden würde. Auch moderne Werbung transportiert ihre Produkte durch Anklänge an Bekanntes, sodass die Botschaft besser verstanden werden kann.

Wenn zur Römerzeit jemand eine Nachricht verbreitete, die lautete: Evangelium vom Sohn Gottes, dann wussten die römischen Bürger, da hat ihnen der Kaiser eine wichtige Nachricht mitzuteilen. Evangelium heißt ja „Frohe Botschaft“, „gute Nachricht“. Offenbar wollten damals politische Führer noch Frohmachendes und Gutes verbreiten. Und der Kaiser ließ sich als Gott verehren. Also eine Nachricht von allerhöchster, göttlicher Wichtigkeit. Drüber gibt es nichts mehr!

Und darauf springt der Evangelist Markus auf! Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Durch die Einfügung von „Jesus Christus“ wird der Kaiser zur Figur, die karikiert wird, aber durch den Anspruch, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, rutscht ihm der Evangelist ganz nahe. Prompt nahmen die Kaiser den Fehdehandschuh auf und wehrten sich mit Vernichtung gegen die Konkurrenz. Wie heute, wenn ein Konzern dem anderen einen gelungenen Werbegag stiehlt.

Das Evangelium ist also keine Geheimschrift für die Sakristei, sondern schon im ersten Satz wird die Öffentlichkeit angegangen und ihr Anspruch auf göttliche Verehrung, die nur dem +EINEN gebührt, karikiert und desavouiert.

Bereits dieser erste Satz hat eine derartige Bedeutungsschwere und –tiefe.

Dann beruft sich der Evangelist auf einen der größten aller Propheten, auf Jesaja. Er zitiert die Verse: „Ich sende meinen Boten vor dir her; Er soll den Weg für mich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen.“

Schaut man aber bei Jesaja nach, dann steht das dort gar nicht so. Aber nicht weil Markus schlampig abgeschrieben oder ungenau zitiert hat. Was für Markus der Ausgangspunkt des Evangeliums ist, steht einerseits so im Jesajabuch, zum Teil stammen die Verse aus dem Buch des Propheten Maleachi. Jesaja steht am Anfang des Prophetenbuches, Maleachi am Ende aller Prophetenbücher im Alten Testament. Wenn jetzt Markus auf beide zugleich anspielt, will er sagen: Alles, was Propheten je gesagt, was sie verheißen haben, steht hinter Jesus. Das ist das Fundament, auf dem Jesus steht. Also ganz auf dem Fundament der Hoffnung, des Trostes, dass Gott sein Volk aufnimmt und es trägt wie ein Hirte das Lamm an seiner Brust oder über den Schultern. Also nur Trost, nur Hoffnung.

Was Markus aber von Maleachi in den Anfang seines Evangeliums hineinnimmt, steht ganz am Ende dieses Prophetenbuches. Und dieses kleine Prophetenbuch steht wiederum ganz am Ende des Alten Testamentes. Da ist die Rede von einem, den Gott selber senden wird, der Menschen untereinander wieder versöhnt, dass sie es aushalten mit sich selbst und mit der Welt und miteinander und dass darum die Welt Bestand haben kann. So endet also das Alte Testament, ganz offen, ganz offen für den, der dann dieses Versprechen ganz erfüllt.

Menschen, die damals und heute die Bibel kennen, hören in den Maleachiworten auch noch etwas mitschwingen, nämlich wie Gott ganz am Anfang der Geschichte sein Volk aus dem Sklavenhaus Ägyptens in die Freiheit führt. Freiheit ist immer etwas Riskantes. Darum heißt es dort: „Ich werde dir einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. – Ich selbst begleite dich durch meinen Boten auf dem Weg in die Freiheit.“ Mein Weg ist Freiheit, heißt das. Und: was Gott damals versprach, gilt noch immer, deshalb wollen die Schlussworte des Alten Testaments daran erinnern. Dass Gott treu ist, sich selber und uns. So konnte die Bibel wunderbar auf Jesus übergehen!

In den Worten aus Jesaja, die Markus benutzt, um den Boden für das Auftreten Jesu zu bereiten, ist noch ein Anklang die Zeit, wo dem Volk Israel zugesagt wird, dass mit dem babylonischen Exil, so sehr es für das Volk eine Katastrophe bedeutete, nicht alles verloren und verspielt war. Trotz aller Schuld, die dazu geführt hat, gibt es eine Heimkehr, einen neuen Anfang, weil Gott sich durch nichts und niemand, nicht einmal die Ablehnung gegen ihn, aufhalten lässt, zu tun, was er mit Abraham begonnen und seither nicht mehr aufgehört hat: mit Israel die ganze Welt wieder für sich zu gewinnen.

Alle diese Geschichten wurden von Markus in diese paar ersten Sätze seines Evangeliums hineingepackt. Damit die Menschen bei dem Neuen, das Jesus brachte, sich durch ihr Fundament bestätigt wissen konnten und nicht überfordert waren. Damit sie wissen und glauben konnten, dass sich in Jesus alles bestätigt, bekräftigt und besiegelt, was in der Schrift steht.

Das ist der Trost Gottes, den G.F. Händel so unvergleichlich in seinem Messias vertont hat: „Tröstet, tröstet mein Volk, dass der Frondienst zu Ende ist!“

Der Trost hat ein Fundament, da muss nicht viel geredet werden, das braucht ein paar Zeilen. Der Trost hat einen Namen: Jesus, der Retter, der Immanuel, der „Gott mit uns!“

Mit ihm kann alles, was uns durcheinanderbringt und ängstigt, bloße Karikatur bleiben.

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Predigt vom 29. November 2020 von Generalabt Johann Holzinger
Versicherungen
Es ist so, wie wir uns freuen, nachdem es draußen kälter wird, in die vertrauten wohlig wärmenden Wintersachen hineinschlüpfen zu können. Oder anders, wie freuen wir uns, wenn wir Richtung Sommer hin die warmen Socken nicht mehr brauchen und den Pullover in den Kasten tun können. So ähnlich wollten wir wieder mitsamt unseren Pfarrgemeinden in einen neuen Advent schlüpfen, mit den Bräuchen, uns rund um den Adventkranz zusammensetzen, ins Licht einer Kerze schauen, vielleicht doch einmal einem Moment der Stille nachhängen oder auch sich dicht gedrängt um einen Punschstand scharen, um miteinander Dunkel und Kälte aushalten.
Draus wird nichts. Das Dunkel und die Kälte überkommen uns ohne allem, was uns im Advent so lieb geworden ist, um dem allen standzuhalten. Wir sind daheim „angemalt“, alles ist eingeschränkt, Kontakte, Einkaufen, keine Weihnachtsfeiern. Wir sind ja nicht die, die sich um nichts scheren, die im Blindflug durch die Pandemie und privat fest feiern, ist ja eh nur wie eine Grippe.
Wie unbedarft wurde stets im Advent die „stillste Zeit“ beschworen, ohne dass jemals irgendwer etwas unternommen hätte, dass es tatsächlich still wird. Das geschah schon im Bewusstsein der Übertreibungen und der Maßlosigkeiten, die uns rundum umgeben und die wir zum Teil auch selber antreiben.
Jetzt sagt das Virus STOPP! Und wir glauben es immer noch nicht. Wir wehren uns gegen die Einschränkungen: das sehen wir nicht ein!
Aber das alles ist erst der Anfang! Wenn wir uns schon von Liebgewordenen verabschieden müssen, werden wir erst noch wahrnehmen müssen, dass uns die Sicherheiten aus den Händen geschlagen wurden: auch die Gewohnheiten, die Bräuche im Advent, was alles üblich, selbstverständlich war.
Das Evangelium hat offenbar auch keinen Trost: „Die Sonne wird sich verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.“ Dagegen sind alle Horror- und Katastrophenfilmszenarien fromme Lyrik oder Romantik. Da geht wirklich alles zugrunde.
Die erste Lesung aus dem letzten Teil des Buches Jesaja kommt mir vor wie ein Bericht zwischen zwei Lockdowns. So in der Stimmung, wir plagen uns, aber es wird nichts Rechtes draus. Eine resignative Atmosphäre breitet sich aus. „Wie ein Unreiner sind wir geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind“.
Bei Lukas lauten die Schilderungen der Katastrophen ähnlich. Aber da heißt es einmal: „Wenn das alles geschieht, dann erhebt euer Haupt, denn die Erlösung ist nahe.
An dieser Stelle erzählt Jesus im Markusevangelium das Gleichnis vom Feigenbaum. Das Aufblühen des Feigenbaums ist untrügliches Zeichen, und das versteht jeder, dass der Frühling kommt. Er ist nicht aufzuhalten. Da tut sich auch noch etwas anderes als nur Schlechtes, nämlich: +ER ist nahe vor der Tür. Auch wenn Himmel und Erde vergehen, seine Worte werden nicht vergehen.
Was sich wie ein völliger Zusammenbruch ausnimmt, bekommt mit der Erinnerung an den Feigenbaum eine überraschende Wendung zu Aufbruch und Neubeginn. Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Untergehendes ist Zeichen des Neuen, Segensvollen, Heilvollen, das kommt. Und es ist immer noch nicht genug untergegangen!
Der Herr selber ist in den Untergang hineingegangen. Bei ihm können wir uns anhängen, bei Jesus selbst, beim gekreuzigten Auferstandenen. Sein Geschick hat etwas zutiefst Adventliches, weil es bestätigt und beglaubigt. Wo menschlich das Ende kommt, ist Gott noch nicht fertig. Noch lange nicht.
In der Liturgie spielen wir das gleichsam durch mit dieser Botschaft vom Verwandelt werden zum Segen für alle durch das Zerbrechen alles Bestehenden hindurch, gerade heute am ersten Advent, weil wir in unserer und der Welt Glaubensgeschichte heute wieder einen neuen Anfang machen dürfen. Darum will uns das heute und der Kirche in dieser Welt, gesagt sein.
Wie sehr täte der Mut zum Sich verwandeln lassen der Kirche höchst Not, wo wir uns wie der Phönix aus der Asche aus so vielem herausheben möchten. Aber da ist die Angst vorm Fliegen. Auch die Angst vor dem Segen, vor der Gnade, vor dem Frieden, der daraus werden möchte, (2. Lesung!) Es wird uns versprochen, dass uns keine Gnadengabe fehlen wird. Er wird uns auch festigen, weil er treu ist. Darum brauchen wir keine Angst haben, so anfällig und hinfällig wir auch sind, bei allem, was uns jederzeit „erwischen“ kann. Dem, der zur Verwandlung bereit ist, sich aus-setzt, hin-gibt, her-gibt, dem ist der Segen verheißen. Segen für uns und für die anderen, für alle. Weniger wäre zu wenig. Üben wir diese Sendung ein, indem wir versuchen, einander Segen zu werden.

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Starkes Zeichen gegen Christenverfolgung: Das Stift St. Florian erstrahlt in Rot

Das Stift St. Florian setzt von Mittwoch, 18. November bis Sonntag, 22. November 2020 ein Zeichen gegen die weltweite Christenverfolgung. Deshalb erstrahlt das Kloster sowie die Stiftsbasilika in Rot, dies geschieht im Zuge der Initiative „Red Wednesday“ von „Kirche in Not“. Die Farbe steht für das Blut der getöteten Christen, denn Christ sein war noch nie so gefährlich wie heute. Mehr als 260 Millionen Christen sind aktuell von Verfolgung, Diskriminierung und Gewalt aufgrund ihres Glaubens weltweit betroffen.
„Religionsfreiheit ist ein ebenso grundlegendes Menschenrecht wie die Meinungsfreiheit und die Gewissensfreiheit, sie muss in allen Ländern der Welt geschützt sein. Deshalb ist es uns im Stift ein Anliegen, mit dieser starken Symbolik auf dieses Thema aufmerksam zu machen“, sagt Propst Johann Holzinger.
Weltweit werden seit dem Jahr 2015, von Brasilien über Kanada bis Australien, in Österreich seit dem vergangenen Jahr, Kirchen, Monumente, öffentliche Bauten rot beleuchtet, darunter das Kolosseum in Rom und die Christusstatue in Rio de Janeiro. In Wien das Parlament, der Stephansdom, viele Stifte und Pfarrkirchen.
„Da darf St. Florian, Grabmal des Landespatrons und des ersten Märtyrers unseres Landes, nicht fehlen. Der heilige Florian, der vor 1716 Jahren in der Enns den Tod durch Ertränken erlitt, ist nach wie vor hochaktuell für das Thema Christenverfolgung: Er tat nicht mit, als sich der Kaiser selbst gottähnliche Verehrung zuschrieb, er eilte solidarisch seinen Mitchristen, die gefoltert wurden, zu Hilfe. Er zeigte Zivilcourage, als es darum ging, dagegen aufzutreten“, sagt Propst Johann Holzinger. Diesen Bekennermut bezahlte der heilige Florian bekanntlich mit seinem Leben.