Tätigkeitsbericht 2015

Anlässlich der 300-Jahrfeier der Weihe der barocken Stiftsbasilika St. Florian gab es im Foyer der OÖ. Wirtschaftskammer in Linz einige Wochen lang eine Ausstellung zur barocken Baugeschichte des Stiftes zu sehen. Unter dem Motto „Kultur trifft Wirtschaft“ kamen 400 Mitglieder der Wirtschaftskammer (Bezirk Linz-Land) am 29. September nach St. Florian. Nach Sonderführungen durch das Stift folgte eine liturgische Andacht in der Stiftsbasilika mit einem Orgelkonzert von Klaus Sonnleitner, eine Lesung Friedrich Buchmayrs aus seinem Buch „Ein Ort von Welt“ und eine Darbietung der St. Florianer Sängerknaben.

Es gab wiederholt Sonderführungen in der Stiftsbibliothek zu halten, u.a. am 14. April für Teilnehmer der Internationalen Ordensarchivtagung in Puchberg und am 24. Juni für den Jubiläumsbesuch der Hill Monastic Manuscript Library der St. John’s Universität in Collegeville (Minnesota, USA), die 1966 alle mittelalterlichen Handschriften der Stiftsbibliothek mikroverfilmt hat.
Der vorhandene Jahrgang 1619 der Kölner Zeitschrift „Historicae Relationis Continuatio“ stellte sich als einziges erhaltenes Exemplar weltweit heraus. Für ein Forschungsprojekt, das die Lebensreise eines Elefanten („Hansken“) durch Europa rekonstruiert, konnte in einer Handschrift der Stiftsbibliothek ein Besuch im Stift Ranshofen am 27. Mai 1651 nachgewiesen werden.

Im Stiftsarchiv hat Friedrich Buchmayr die Katalogisierung und Neulagerung der Nachlässe fortgesetzt. Heuer stand der Nachlass von Michael Gitlbauer auf dem Programm, bei dem neben vielen Manuskripten auch 1.500 Briefe zu erfassen waren. Herbert Schwarz publizierte im Verlag des PGR St. Marienkirchen nach Vorarbeiten im Stiftsarchiv eine kleine Broschüre „Zum hundertsten Geburtstag von Pfarrer Karl Stroblmair (1915-2006)“.

Elisabeth Maier und Renate Grasberger präsentierten am 16. August im Rahmen der „Brucknertage St. Florian“ ihr Buch „Die Bruckner-Bestände des Stiftes St. Florian. Katalog. Teil 2: Das Bruckner-Archiv (Gruppe 13-23)“ (Wien 2015). Am Abschlussband wird laufend gearbeitet. Die neue Forschungsplattform www.bruckner-online.at der Österreichischen Akademie der Wissenschaften enthält u.a. Fotos aller handschriftlichen Quellen zu Bruckner-Kompositionen aus dem hiesigen Brucknerarchiv.

Die Neuordnung und Neuaufstellung der Münzsammlung durch Bernhard Prokisch schreitet weiter voran. Heuer waren die Münzen der Reichskreise Bayern, Franken und Schwaben an der Reihe.
Wilhelm Georg Rizzi konnte in seinem Aufsatz „Bartolomeo Altomonte in Hagenberg und eine Hypothese zur Baugeschichte der Schlosskapelle“, in: Jahrbuch der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich 160 (2015), S. 423-453 zwei Grafiken Altomontes aus den Stiftsammlungen neu zuordnen. Im gleichen Jahrbuch wertete Karl Schütz im Aufsatz „Unterzeichnungen am Sebastiansaltar von Albrecht Altdorfer im Stift St. Florian“ (S. 491-498) seine schon 1988 angefertigten Infrarotreflektografien aus.
Für eine Sendung über Albrecht Altdorfer am 28. Mai im Bayerischen Fernsehen (Sendereihe „Lido“) wurden Filmaufnahmen und ein Interview beim Altdorfer-Altar gemacht. Am 8. Juni führte Andreas Hofinger restauratorische Maßnahmen an den Wänden und den Rückseiten der Gemälde im Altdorferraum durch.
Das Buch „Unterirdisches Oberösterreich: Höhlen, Bunker, Grüfte, Stollen, Keller, Krypten, Geheimgänge, Verliese“ (Wien 2015) von Robert Bouchal und Josef Weichenberger enthält eine umfangreiche Beschreibung von Krypta und Gruft des Stiftes St. Florian.

Das Stift St. Florian war mit Leihgaben an folgenden Ausstellungen beteiligt:
• Hexen (u.a. Tokyo, Japan)
• Fantastische Welten (Frankfurt am Main und Wien)
• Höhenrausch: Das Geheimnis der Vögel (Linz)

Karl Rehberger hielt am 15. September in St. Florian einen Jubiläumsvortrag über „Die Kirchweihe von 1715“. Er setzte seine Transkription von Archivhandschriften (u.a. des Propstes Johann Georg Wiesmayr) und die Arbeit am Nachtragsband zur Bibliografie von St. Florian fort. Am 29. September zeigte er bei einer Exkursion des OÖ. Landesarchivs Schätze aus Archiv und Bibliothek.
Friedrich Buchmayr publizierte den Aufsatz „Prälatengang Nr. 5 – Anton Bruckner als Gast im Stift St. Florian“, in: Bruckner-Jahrbuch 2011-2014, Linz 2015, S. 7-44. Am 9. Mai referierte er bei einer Tagung des Aromaforums Österreich im Stift St. Florian über „Alte Kräuterbücher aus der Stiftsbibliothek“.