Wie wird man Chorherr

Männer, die sich für unseren Orden interessieren, sind herzlich eingeladen, in das Stift zu kommen, um zu sehen, wie unsere Gemeinschaft lebt. Interessenten haben so die Möglichkeit die Hausgemeinschaft und das Klosterleben kennenzulernen. Besteht nach wiederholten Tagen des Kennenlernens und Mitlebens im Kloster Interesse, in die Klostergemeinschaft einzutreten, kann er um Aufnahme in das Stift bitten. Nach den Gesprächen des Kandidaten mit allen Mitbrüdern im Haus stimmt die Hausgemeinschaft über die Aufnahme des Bewerbers ins Postulat ab. Ein Postulat (= Probezeit im Kloster) dauert üblicherweise 1- 2 Monate.

Während dieser Zeit macht sich der Postulant mit der Gemeinschaft vertraut. Er übt sich in die Abläufe unseres Hauses ein, vom ersten Chorgebet am Morgen bis zum gemeinsamen Nachtmahl. In seinen Aktivitäten ist der Postulant sehr frei.

Im Laufe der vereinbarten Zeit des Postulats hat der Postulant die Möglichkeit, um Aufnahme ins Noviziat (novus, lateinisch = neu) zu ersuchen. Stimmt die Hausgemeinschaft der Aufnahme zu, dann wir der Postulant am Vorabend zum Hochfest des hl. Augustinus (28.8.) durch die Einkleidung (der Neue bekommt das Ordenskleid) in das Noviziat aufgenommen, das 12 Monate dauert. Während dieses Zeitraumes bleibt der Novize im Stift und erhält eine Ausbildung, die ihn darauf vorbereitet, Mitglied der Gemeinschaft zu werden. Es bleibt dem Novizen vorbehalten, die Gemeinschaft zu verlassen, wenn er es wünscht und umgekehrt kann ihn die Gemeinschaft entlassen, wenn sie sieht, dass er sich nicht an das klösterliche Leben anpassen kann.

Am Ende der Noviziatsperiode kann der Novize Mitglied der Gemeinschaft werden, indem er das religiösen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ablegt. Das Gelübde ist auf drei Jahre befristet (=einfache Profess). In dieser Zeit der einfachen Profess studiert der angehende Chorherr Theologie oder macht sonst eine Ausbildung.

Nach drei Jahren kann das ewige Gelübde feierlich abgelegt werden (=feierliche oder ewige Profess). Damit bindet sich der Ordensmann auf Lebenszeit an die Stiftsgemeinschaft und verspricht, ein Leben lang seinem Ordensgelübde treu zu bleiben. Mit diesem Versprechen wird man Augustiner-Chorherr und bekommt die violette Mozetta, die man zum Gebet in der Kirche trägt.

Der junge Chorherr studiert nun weiter Theologie oder bekommt eine Aufgabe im Stift oder den Pfarren übertragen. Nach Abschluss seiner Studien kann er zum Diakon und dann zum Priester geweiht werden. Parallel zu seinem Studium oder seinen Aufgaben im Stift kann er von seinen Vorgesetzten angehalten werden, eine zusätzliche Ausbildung in Vorbereitung der Bewältigung eines besonderen Aufgabengebietes zu absolvieren.

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