Unser Orden

Lebensform und Spiritualität der Augustiner-Chorherren

Die Augustiner-Chorherren bilden eine Priestergemeinschaft für den Dienst am Volk Gottes, verpflichten sich den evangelischen Räten (Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam) und leben nach der Ordensregel des Heiligen Augustinus.

Es gibt keinen „Ordensstifter": Der Orden ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sich über Jahrhunderte der Kirchengeschichte erstreckte. Die Grundidee ist die fruchtbare Verbindung des apostolischen, priesterlichen Dienstamtes mit den Idealen, die das klösterliche Gemeinschaftsleben und seine spirituelle Entfaltung prägte und prägen. So schöpfen die Mitglieder des Ordens Kraft und Leben aus dem gemeinsamen Gebet (Chorgebet – von daher auch der Name Chorherren), der Feier von Gottesdiensten und dem mitbrüderlichen Zusammenleben.

Neben den unterschiedlichen Aufgaben im eigenen Kloster wirken die Augustiner-Chorherren vor allem in der Pfarrseelsorge und Bildung/Wissenschaft. So genannte Chorfratres (nichtpriesterliche Mitbrüder) können ihren Dienst unterstützen.

Die Mitglieder des Ordens verehren den hl. Augustinus als ihren Ordensvater. Nach seiner Ordensregel und nach der Spiritualität seiner Schriften versuchen sie, ihr gemeinsames Leben zu gestalten.

Folgende Elemente sind dabei für uns wichtig:

1. Die Inspiration des hl. Augustinus. Es gibt im Denken des hl. Augustinus 
    eine entscheidende Wahrheit, die für ihn die Basis allen Existierens und aller
    Kirchlichkeit bildet: die Einwohnung Gottes. Gott ist uns näher, als wir uns
    selbst nahe sind. Diese Wahrheit öffnet unser Leben wie ein dynamisches
    Element, entfaltet die Unruhe unseres Herzens, heißt uns, den
    unerschöpflichen Grund unseres Lebens — Gott — zu suchen. In seiner
    Ordensregel betont der hl. Augustinus, dass die Gemeinschaft der Brüder —
    nach dem Beispiel der ersten Christen in Jerusalem — ein Herz und eine
    Seele auf Gott hin werden soll. Sie ist Tempel Gottes. Gott wohnt in ihrer 
    Mitte. Das ist die Quelle unseres persönlichen und spirituellen Lebens, die
    Mitte unseres Gemeinschafts- und Kirchenverständ­nisses.

2. Das Element der Gemeinschaft. Der hl. Augustinus möchte in seiner Regel
    das Heimweh nach der Urkirche wachhalten. Sie bleibt das faszinierende
    Vorbild für unsere Ordensgemeinschaften. Die Kommunität versucht deshalb,
    alles gemeinsam zu haben, das Leben zu teilen. Das zeigt sich im
    gegenseitigen Verständnis, in der Begegnung der Mitbrüder, in Freundschaft
    und Kollegialität, in Solidarität, in einer wirklichen Herzensgemeinschaft.
    Freilich, dorthin sind wir immer auf dem Weg.

3. Das Element des Dienstes. Die Augustiner Chorherren sind eine
    Priestergemeinschaft. Sie erfüllen vorrangig in der Pfarrseelsorge ihren
    Dienst. Aber um den Dienst an den Menschen besser erfüllen zu können,
    stellen sie sich durch die drei Gelübde frei — für ihre Dienste in der Kirche.